Auch ein europäischer Bauerngarten birgt Gelegenheit zum Träumen, Ausruhen und bietet dem Auge ebenfalls eine genau strukturierte Anordnung von Beeten. Nur ist der Grund dafür hier darin zu finden, dass eine optimale Nutzung der Gartenfläche für den Anbau verschiedenster Gemüse-, Kräuter- und Obstsorten gewährleistet sein soll.
Die Reifezeiten der neben einander gepflanzten Sorten werden ebenso berücksichtigt, wie die Wirkung der längst durch wissenschaftliche Unter- suchungen bestätigten Aromen zur gegenseitigen Unterstützung und Abwehr von Schädlingen.
Ein Bauerngarten ist ursprünglich ein Nutzgarten, angelegt, um den bäuerlichen Haushalt zu versorgen. In unserer Zeit dient er auch der Erfüllung nostalgischer Träume und lädt zur Entspannung ein. So manches Gemüse erfüllt heutzutage mehr die Funktion eines Bilderrahmen für andere Pflanzen als die ursprünglich ernährende.
Ein Garten und wenn er noch so klein ist, ersetzt so manche Kur. Falls Sie keinen Garten haben, empfiehlt sich vielleicht eine FX Mayr Kur.
Mit Einsetzen der Industrialisierung und der beginnenden Landflucht wurden die schnell wachsenden städtischen Siedlungen, die für die neu ankommenden Arbeiter gebaut wurden, sehr häufig so angelegt, dass jede Arbeiterfamilie ihren eigenen, wenn auch oft sehr kleinen Garten, für die Versorgung mit frischem Gemüse und Salat zur Verfügung hatte.
Das führte im ausgehenden 19. Jahrhundert zur Entstehung der Schrebergärten. Aus dieser Zeit zeugen noch heute die liebevoll gestalteten Ausgaben der “Gartenlaube”. Noch heute erfreut sich der Schrebergarten mit seiner Gartenlaube in großen Teilen der Stadtbewohner, die vornehmlich in Etagen-Mietwohnungen leben, großer Beliebtheit.
Um Pächter eines Kleingartens in einer Gartenkolonie zu werden, muss man sich oft auf lange Wartelisten setzen lassen. Die meisten Gartenkolonien gehören den Städten, aber auch inzwischen privatisierten, ehemaligen staatlichen Institutionen wie der Post, Bahn oder Telekommunikation, die weite Anlagen für ihre Mitarbeiter bereits seit vielen Jahrzehnten als Klein-Gartenanlagen zur Verfügung gestellt haben.
In einem solchen Kleingarten, nur wenige 100qm groß, wird liebevoll alles angepflanzt, was im Erdboden wachsen kann. Diese Kleingärtner haben gemeinsam mit den Besitzern von Eigenheimen, die wiederum um ihre Häuser Gärten anlegen und pflegen, einen ganzen Wirtschaftszweig begründet.
Baumschulen und Gartencenter sind entstanden und bieten nicht nur den Hobbygärtnern eine reiche Auswahl an Saatgut, Stecklingen, Grün- und Blühpflanzen, sie sind Arbeitsstätte vieler professionelle Gärtner und Umschlagplatz für Pflanzen aus allen Teilen der Welt. Von Stangenbohnensamen über Rosenstöcke bis hin zu Orchideen und Palmen werden die Gartencenter beliefert.
Eine besondere Bedeutung erhielt der Kleingarten in den kommunistischen Ländern. Alles Land gehört(e) dem Staat und nur wenige hatten die Möglichkeit, ein winziges Stück Garten für den eigenen Bedarf zu bebauen.
Was in diesen Gärten erzeugt wurde, überstieg regelmäßig die Erträge der dazu ins Verhältnis gesetzten von Kolchosen beackerten Ländereien erheblich. Daraus lässt sich leicht ablesen, wie sehr die Menschen ihre Beziehung zum Boden, auf dem sie leben, noch immer und trotz moderner Lebenskultur erhalten und auch benötigen.
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